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Zwangsversteigerungen: So funktioniert‘s

„Des einen Freud, des anderen Leid.“ Immer wieder werden Immobilien zwangsversteigert, für Interessente lassen sich auf einer Auktion echte Schnäppchen machen. Doch was muss man beachten, wenn man an einer Versteigerung teilnehmen möchte? Das haben wir für Sie einmal recherchiert:

Im Vorfeld

Die Objektbeschreibung eines Hauses hat Ihnen gut gefallen und Sie möchten nun nähere Informationen erhalten? Dann können Sie beim zuständigen Amtsgericht oder bei der Gläubigerbank das Verkehrswertgutachten anfordern. Dort erfahren Sie Genaueres über den Zustand und die Lage des Gebäudes. Unbedingt beachten sollten Sie:

  • Wann wurde das Gutachten erstellt?
  • Konnte der Gutachter es auch von innen besichtigen?
  • Sind unter „Besonderheiten“ Bauschäden oder Ähnliches vermerkt?

Nachdem Sie alles überprüft haben, besorgen Sie sich einen Grundbuchauszug, als Interessent darf Ihnen die Einsicht beim Grundbuchamt nicht verwehrt werden. Dort erfahren Sie ob das Haus belastet ist, ob es Wohnrechte gibt und ob diese nach der Versteigerung bestehen bleiben. Natürlich sollten Sie sich die Immobilie vor der Versteigerung anschauen, am besten mit einem Baufachmann. Das Problem ist allerdings, das Eigentümer Ihnen und sogar dem Gutachter den Zutritt verwehren können. In einem solchem Fall sollten Sie sich gründlich bei Mietern oder Nachbarn informieren, denn für zwangsversteigerte Häuser gibt es keine Gewährleistung. Noch ein Tipp: Besuchen Sie vor der eigentlichen Versteigerungen ein paar andere Auktionen um den Ablauf kennenlernen zu können.

Die Versteigerung

Wann eine Versteigerung stattfindet erfahren Sie frühzeitig im Staatsanzeiger Ihres Bundeslandes, einige Wochen vor Beginn inserieren die Amtsgerichte, dort findet die Versteigerung auch meist statt, auch in den entsprechenden Tageszeitungen. Wenn Sie bieten wollen, sollten Sie auch persönlich anwesend sein und Ihren Reisepass oder Personalausweis dabei haben. Bieten Sie für eine andere Person, benötigen Sie eine notariell beglaubigte Vollmacht.

Zu Beginn wird ein Verkehrswert festgesetzt, 10 Prozent müssen Sie davon sofort als Sicherheit begleichen, sobald Sie den Zuschlag, der Sie auch zeitgleich zum neuen Eigentümer macht, erhalten. Geldempfänger ist das zuständige Amtsgericht. In der Regel dauern Versteigerungen etwa 30 Minuten, in denen Sie ihr Gebot immer mündlich abgeben („Ich biete 100 000 Euro“) und beliebig erhöhen können. Damit das Gebot später gültig ist, müssen mindestens 50 Prozent des Verkehrswertes erreicht werden. Unter 70% muss der Gläubiger zustimmen. Diese Regelung gilt allerdings nur beim ersten Termin, beim zweiten Versteigerungstag gibt es keine Einschränkungen mehr.

Nach dem Kauf

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Zuschlag erhalten. Jetzt kommen zunächst weitere Pflichten und potenzielle Probleme auf Sie zu.

Der Einzug:
Ist das Haus unbewohnt können Sie sofort einziehen. Lebt der bisherige Eigentümer noch dort, können Sie ihm eine Räumungsaufforderung zukommen lassen oder einen Gerichtsvollzieher mit der Zwangsräumung beauftragen. Leben Mieter in dem Haus, haben Sie für kurze Zeit ein Sonderkündigungsrecht, wenn Sie als Grund „Eigenbedarf“ angeben. Die Wahrung der gesetzlichen Kündigungsfrist ist Voraussetzung.

Die Zahlung:
Nach der Versteigerung beginnt der achtwöchige Verteilungszeitraum, Sie bekommen einen Extratermin vom Gericht bestimmt, an dem Sie die dann die komplette Restsumme zahlen müssen, abzüglich der bereits geleisteten 10 Prozent des Verkehrswertes und zuzüglich 4 Prozent Zinsen, die fällig werden. Zahlen Sie früher, werden auch geringere Zinsen berechnet. Es folgen nun noch eine Zuschlagsgebühr und die Eintragungskosten in das Grundbuch, ebenso wird sich das Finanzamt bei Ihnen wegen der gesetzlichen Grunderwerbssteuer melden.

Hier finden Sie eine Übersicht der größten Städten Deutschlands, mit aktuellen Informationen zu Zwangsversteigerungen in der jeweiligen Stadt: